Textgröße
Anmelden

Vom Realschüler zum Realschulrektor - Nikolaus Schöpp ist der Nachfolger von Norbert Mager

Hauptkategorie: Nachrichten Kategorie: Nachrichten

Oberbürgermeister Matthias Thürauf, Elternbeiratsvorsitzende Corinna Herzog-Stiefermann, Realschulrektor Nikolaus Schöpp, Personalratsvorsitzender Sebastian Bredl und Michael Schmidt, Ministerialbeauftragter für die Realschulen in Mittelfranken; Foto: Günther WilhelmWenn es um wichtige Dinge geht, muss man auch etwas riskieren. "Auch wenn jetzt die Gefahr besteht, dass in der Zeitung von meinem Scheitern steht": Das nimmt Nikolaus Schöpp gerne in Kauf und erzählt die Geschichte eines "14-jährigen Pubertierenden" aus Wertingen, der am Gymnasium "mit der zweiten Fremdsprache hadert" und deshalb auf die Realschule wechseln muss. Ein vermeintliches Scheitern, das sich als glückliche Fügung erweist.

In der Aula der Hermann-Stamm-Realschule wird Nikolaus Schöpp offiziell als neuer Rektor ins Amt eingeführt. Ein Realschulrektor, der selbst Realschüler war. Ein ungewöhnlicher Werdegang, eine prägende Erfahrung für sein heutiges Selbstverständnis als Lehrer. "Es sind die Menschen, die zählen", sagt Schöpp. Und die gibt man nicht auf. Selbst dann nicht, wenn sie — wie er damals — nur "in mäßiger motivationaler Verfassung in der Realschule aufschlagen". "Entscheidend sind die Begegnungen", fährt Schöpp fort. Und eine solche Begegnung mit einem besonderen Lehrer macht aus ihm einen anderen Schüler. Einen mit völlig neuer Motivation und neuer Einstellung — zum Lernen und zum Leben. "Lieber Friedel Kuhlmann", spricht er diesen ehemaligen Lehrer direkt an, dann stockt ihm für einen kurzen Augenblick die Stimme. "Es ist mir eine besondere Ehre, dass Sie heute hier sind."

Realschulrektor Nikolaus Schöpp und Ministerialbeauftragter Michael Schmidt; Foto: Günther WilhelmEmotionaler Dank

Es ist der emotionalste Moment einer entspannten Amtseinführung. Es wirkt, als habe sich Nikolaus Schöpp in den 62 Tagen, die er bereits im Amt ist, schon gut eingefunden. Die gerne zitierten ersten hundert Tage sind noch nicht vorbei. Er sei damit noch "in der Schonzeit" und erfahre von allen Seiten großartige Unterstützung. "Vielen Dank für die unvoreingenommene Aufnahme."

Gleichzeitig zeigt die Feier, wie groß die Erwartungen sind. Michael Schmidt, der Ministerialbeauftragte für die Realschulen, der selbst ebenfalls erst 62 Tage in dieser Funktion ist, formuliert eine Art Stellenbeschreibung: Ein "wandelndes Gesetzbuch" müsse ein Schulleiter sein, um alle Vorschriften des Schulrechts zu kennen. Für die Schüler "ein stets motivierend auftretender Chef", für die Lehrer ein Vorbild, für die Eltern ein "offener, über alle Schüler perfekt informierter Gesprächspartner". Gegenüber der Stadt als Sachaufwandsträger sei ein Repräsentant mit Verhandlungsgeschick gefragt. Und selbstverständlich solle er ein Schulentwicklungskonzept erstellen. Und einen Medienentwicklungsplan. Und ein Vertretungskonzept. "Und und und: Es sind enorme Ansprüche."

Herr Nikolaus Schöpp bei seiner Rede; Foto: Günther Wilhelm"Er passt zu Ihnen"

Nikolaus Schöpp bringe dafür aber beste Voraussetzungen mit: fachliche Qualifikation und wertvolle Lebenserfahrung. "Als ehemaliger Realschüler hat er den Wert der Realschulausbildung selbst erfahren", beschreibt Schmidt Schöpps Vita. Seine Ausbildung zum Maschinenschlosser zeige seinen Sinn fürs Praktische. Über das Abitur an der Berufsoberschule führt ihn der (Um)-Weg ins Lehramtsstudium. In den vergangenen 18 Jahren unterrichtet Schöpp an der Senefelder Schule in Treuchtlingen Mathematik und Katholische Religionslehre, absolviert ein Zusatzstudium zum Beratungslehrer, schreibt Übungsbücher, wird Inklusionsbeauftragter und bildet als stellvertretender Seminarleiter Referendare aus. "Herr Schöpp ist für die neue Aufgabe hervorragend qualifiziert und er passt auch zu Ihnen", versichert Schmidt der Schulgemeinschaft.

Die bereitet ihm einen herzlichen Empfang. "Schön, dass Sie da sind", sagt Konrektor Werner Rudat bei der Begrüßung. "Sie können sich der Unterstützung des Elternbeirats sicher sein", betont dessen Vorsitzende Corinna Herzog-Stiefermann. Personalratsvorsitzender Sebastian Bredl sieht "voller Vertrauen und Zuversicht" einer guten Zusammenarbeit entgegen. "Die Kennenlernphase spricht jedenfalls dafür." Und der Lehrerchor singt für den Jazz-Fan an der Schulspitze den programmatischen Bing-Crosby-Song "Accentuate the Positive".

Für den musikalischen Rahmen sorgten Schulband und Schulchor, sowie Lehrerchor und Lehrerband (hier im Bild); Foto: Günther WilhelmOB: "Wir müssen was tun"

Das Positive zu betonen, das fällt OB Matthias Thürauf schon wegen der unterschiedlichen Rollen etwas schwerer. Zwischen einem OB und den Schulleitern herrsche "immer ein gewisses Spannungsverhältnis", wie Thürauf launig erklärt. Schließlich könne die Stadt "nicht alle berechtigten Forderungen gleichzeitig erfüllen". Statt Versprechungen bringt er ein Glücksschwein als Geschenk mit. Doch vertrösten soll das nicht. "Ich weiß, dass wir an der Realschule etwas tun müssen", sagt Thürauf mit Blick auf die in den kommenden Jahren anstehende Sanierung. Nikolaus Schöpp dürfte das aufmerksam registriert haben.

Günther Wilhelm, Schwabacher Tag

Bilder des Monats

Anstehende Termine

30.11.2018
00:00
Ausgabe des ersten Zwischenberichtes
04.12.2018
17:30 - 20:00
Elternsprechabend für die 5. bis 10. Jahrgangsstufe
12.12.2018
19:00 - 21:00
Weihnachtsmarkt

Login