- Ein Besuch der Kultur-AG in Mozarts zauberhafter Oper.
- Eine teilnehmende Schülerin schildert nach Besuch und Reflexionsrunde hierzu ihre Eindrücke:
Es gibt so viele Interpretationen und Thesen zu dieser Geschichte. Auch wenn man sie studieren würde, fänden sich stets neue Hinweise und Ansichten.
Das Stück kann auf vielen Ebenen betrachtet werden. Manche sehen es als tiefgründige spirituelle Reise, manch andere betrachten es auf einer rein psychologischen Ebene. Jeder Mensch sieht diese Geschichte mit anderen Augen. Jeder Mensch interpretiert anders in diese Geschichte hinein und das ist doch ziemlich faszinierend.
Welche Denkweise am meisten der Wahrheit entspricht, kann nie eindeutig gesagt werden. Wolfgang Amadeus Mozart hat dies beabsichtigt. Für ihn ist seine Geschichte ein geschlossener Kreis – für uns wird er sich nie schließen.
Meine Persönliche Idee:
Ich merke, da steckt etwas viel Tieferes dahinter, als ich es jemals begreifen werde. Ich bin kein Genie sowie Mozart, oder auch andere intelligente Menschen, die mehr sehen und mehr begreifen. Doch genau darum geht es in dieser Geschichte. Um ein wirkliches Genie: Wolfgang Amadeus Mozart. Es wird auf einen bestimmten Teil seines Lebens eingegangen, und zwar seine Jugend.
Es geht um die Jugend, um die Macht der Liebe, dass sie sehr gefährlich sein kann.
Ich denke, dass Papagedo, Monostrato und der wahre, reine Geist selbst Tamino, Mozarts Identität widerspiegeln.
Monostratos steht für die Emotionen, sowie den der Drang nach Liebe.
Papagedo steht für den Wunsch nach Bodenständigkeit (Normalität). Er entscheidet nach seinen Trieben und geht den Bedürfnissen nach. Ebenfalls besitzt er einen geregelten normalen Alltag.
Und da gibt es noch Tamino. Tamino verkörpert ein Ideal, einen wahren, reinen Geist. Das Genie, das Mozart nunmal war.
Diese Idee beschreibt, dass Mozart in dieser Zeit mit seinen Stimmen kämpfte, dass es eine schwierige Zeit gewesen sein musste.
Sie beschreibt auch, warum selbst intelligente Menschen Dinge machen, die sie in großen Schwierigkeiten begeben. Wie Papagedo es mit der Liebe zu Alkohol andeutet.
Diese Entscheidung kam nicht von Tamino, sondern von Papagiedo, welcher nicht darüber nachdenkt, was es für langfristige Folgen es mit sich trägt.
Wenn einer dieser Stimmen überhandnimmt, herrscht Chaos.
Tamino übernimmt und er wird verrückt. Papagiedo übernimmt und er trifft falsche Entscheidungen und hat nur das Ziel im Kopf seine Bedürfnisse zu befriedigen. Wenn Monostratus übernimmt, dann nehmen die Emotionen überhand. Ein Geist ist nur dann gesund, wenn diese drei Stimmen im absoluten Gleichgewicht sind. Es bedeutet zum Beispiel, dass Emotionen mit Verstand Empathie ergeben. Das der Alltag und Arbeit mit reinem Verstand zusammen etwas Großes erschaffen können. Mit Disziplin werden alle Wünsche, die jede Stimme hat, erreicht, aber in einem Maß, welches absolut im Gleichgewicht liegt. Nur ist es ein innerlicher Kampf. Vorallem, wenn es um Liebe geht. Die Treppe steht für das Empfinden und das Bewusstsein.
Pamina steht für die Liebe. Ihre Mutter, die Königen der Nacht, steht für die Schwierigkeiten der Liebe, sowie die dunklen Gedanken, die häufig auf diesem langen Weg liegen.
Sarastro steht für die spirituelle Gerechtigkeit.
Wie man letztendlich diese Geschichte sieht, ist eine reine Glaubensfrage. Meine Idee war zunächst nicht spirituell und hat sich durch die Auseinandersetzung mit dem Stück erst für diese Dimension im Menschsein geöffnet.
Die Kultur AG ist nicht nur ein Ort, in dem man seine Schulfreunde sieht und einem schönen Abend hat, sondern auch eine Gelegenheit viel für das eigene Leben zu lernen!
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Anna Schmidt, 9b2.

