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Pädagogik am Buß- und Bettag

 

Ein beträchtlicher Teil des Lehrerkollegiums nutzte den unterrichtsfreien Buß- und Bettag zu einer pädagogischen Fortbildung in der Familienerholungs- und Tagungsstätte Sulzbürg, um den Unterricht und das schulische Miteinander mit neuen Ideen und Ansätzen bereichern zu können.


Bereits am Nachmittag des Vortages machten sich die Teilnehmer auf mit dem Ziel, "Bewegungselemente im Unterricht" kennen zu lernen. Unsere Kollegin Andrea Gruber forderte unsere konzentrierte Aufmerksamkeit, brachte uns in Bewegung und konnte uns in herausfordernden  Übungen überzeugen, dass Denken und Bewegung einen erfolgreichen Prozess in Gang setzen, der zudem noch Spaß macht, da er als Spiel erlebt wird.Dass diese Methode auch im Bereich der trockenen Grammatik sehr anregend wirkt, zeigte uns Kollegin Adelheid Antlauf am Beispiel der Steigerung von Adjektiven.

Das Programm an diesem Abend wurde abgerundet durch ZwRSK Wolfram Janner mit verschiedenen überraschenden Beispielen aus dem Gebiet "Szenisches Lernen". Hier wurde nicht nur die Topographie Deutschlands unter vollem Körpereinsatz aller Beteiligten dargestellt, sondern auch Strom anschaulich zum Fließen gebracht und chemische Reaktionen wurden - auch für jeden Schüler nachvollziehbar - "leibhaftig" in Gang gesetzt. Wir sind uns einig, dass all diese bewegungsbetonten, anschaulichen, kreativen Lernmethoden an geeigneter Stelle im Unterricht eingesetzt werden sollen, wobei uns die Referenten durch Bereitstellung ihrer Materialien unterstützen.

Das Programm des nächsten Tages stand unter der Überschrift "Kommunikation kann gelingen - vom Konflikt zur Kooperation". Der Referent Stephan Seibert brachte uns zunächst in einer paarweise durchgeführten "Warm-up-Übung" dazu, unsere Aufmerksamkeit ganz auf die Aussagen unseres Gegenübers zu fokussieren, denn aktives Zuhören ist die Grundvoraussetzung für gelingende Kommunikation.


Anschließend machte er uns mit den vier Schritten der "Gewaltfreien Kommunikation" (GfK) nach der Methode des Psychologen Dr. Marshall Rosenberg vertraut:

        1. Wertfreie Wahrnehmung / Fakten
        2. "echtes" Gefühl
        3. eigenes Bedürfnis
        4. konkrete, umsetzbare Bitte

Auf der Grundlage der Erkenntnis "Grau ist alle Theorie" erhielt dieses Modell die nötige Farbe durch Konfliktbeispiele aus unserem schulischen Erlebnisfeld, die wir uns zunächst gegenseitig in 3-er Gruppen vorstellten. Höchst interessant wurde dann die Präsentation einiger Fallbeispiele in Rollenspielen, welche alle Rollenträger stark forderten, da diese Gesprächskultur nicht nur einer klar vorgegebenen Strategie folgt, sondern auch einen speziellen Wortschatz erfordert.


Sich aufrichtig mitzuteilen ist aber eine Kunst, die im optimalen Fall belohnt wird durch mitfühlendes Verständnis, welches im Finden von gemeinsamen Lösungen unter Berücksichtigung der Entscheidungsfreiheit des Einzelnen gipfelt.  Wenn wir nun durch bewusste Kommunikation ein größeres Verständnis untereinander und wertschätzenden Umgang miteinander (Schüler - Eltern - Kollegen - Vorgesetzte) erreichen können, findet diese Fortbildung ihren bereichernden Niederschlag in unserem Schulalltag.

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