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50 Jahre Hermann-Stamm-Realschule

 

   

Die Hermann-Stamm-Realschule hat im 51. Jahr ihres Bestehens die Feier zum 50. Geburtstag nachgeholt. Dazu hat in der Aula des Schulgebäudes vergangenen Freitag mittags ein großer Festakt mit zahlreichen Gästen aus Politik, Schulverwaltung und Gesellschaft sowie aus Behörden und benachbarten Schulen stattgefunden. Abends gab sich der Psychiater, Neurologe und Hirnforscher Prof. Dr. Manfred Spitzer die Ehre. Im Markgrafensaal referierte er zum Thema „Wie Kinder lernen“ und warnte dabei vor überbordendem Internetkonsum.

 

Die Schwabacher Realschule hat ihre Tore offiziell im September 1971 geöffnet. „Mit 129 Schülerinnen und Schülern in drei prallgefüllten Klassen und vier Lehrkräften nahm sie den Unterricht auf“, blickte der aktuelle Schulleiter zurück. Das große mittlerweile zweiteilige Schulgebäude an der Waikersreuther Straße hat es damals noch nicht gegeben. „Der Bau wurde am 5. Juli 1974 eingeweiht“, erklärte Realschulrektor Nikolaus Schöpp. 2004 errichtete die Stadt ein Nebengebäude. Heute werden an der Schule 812 Schülerinnen und Schüler von 74 Lehrkräften unterrichtet. Begonnen hat diese Entwicklung bereits 1966, als sich in Schwabach eine eigene Bürgerinitiative zur Einrichtung einer Realschule gegründet hatte. Noch im selben Jahr beschloss der Stadtrat, beim Freistaat eine solche zu beantragen.

 

Am meisten geprägt hat die Schule seither gewiss ihr Namensgeber. Hermann Stamm war von 1976 bis 2005 Leiter der Staatlichen Realschule Schwabach, die seit 2015 seinen Namen trägt. „Er hat sich um die Schule verdient gemacht“, sagte Nikolaus Schöpp. Besonders hob Schöpp Stamms Einsatz gegen jede Art von Extremismus hervor. „Das ist einer der wichtigsten Aufträge an die gesamte Schulfamilie“, sagte Schöpp und begrüßte Stamms Sohn Markus.

 

Der Festakt war äußerst kurzweilig. Musik und szenische Auftritte gaben ihm einen lockeren, aber würdigen Rahmen, um die Leistungen der Schule über ein halbes Jahrhundert hinweg in angemessener Weise zu feiern. Für Nikolaus Schöpp war es dabei besonders wichtig gewesen, „Weggefährten aus möglichst vielen Lebensphasen der Schule“ wiederzutreffen. In einem Blick auf die Zukunft hob Schöpp die zahlreichen Ansätze hervor, mit denen Schule, Stadt Schwabach als Sachaufwandsträger und das Kultusministerium die Weichen für eine innovative Entwicklung gestellt haben. So nehme die Realschule am Pilotprojekt „Digitale Schule der Zukunft“ teil und habe sich besondere Profile im Sport und im musischen Bereich zu eigen gemacht.

 

Die Glückwünsche des Freistaats überbrachte der mittelfränkische Ministerialbeauftragte für die Realschulen. Michael Schmidt bescheinigte den Schwabachern „eine breite Palette an Möglichkeiten zu bieten, um Persönlichkeit und Kompetenzen zu entwickeln“. Allen ihren Absolventen habe die Schule zu hervorragender Bildung als Brücke in den Beruf verholfen und sich damit großes Ansehen erworben, fand Schmidt. Der Hermann-Stamm-Realschule gelinge es aber ebenso gut, Herz und Charakter ihrer Schülerinnen und Schüler zu bilden, wie es die Bayerische Verfassung ausdrücklich vorgebe, so der Leitende Realschuldirektor.

 

Oberbürgermeister Peter Reiß erklärte, die Realschule sei aus der Schullandschaft Schwabachs nicht nur nicht mehr wegzudenken. „Sie ist ein Vorbild“, sagte der SPD-Politiker. Reiß sah die Hermann-Stamm-Realschule als „eine gut aufgestellte Schule, die sich den Herausforderungen der Zeit stellt“. Zugleich kündigte er große Baumaßnahmen an der Realschule und der Hans-Hocheder-Sporthalle an. „Bis 2027 liegt hier einer der städtischen Investitionsschwerpunkte“, sagte Reiß. Damit für Stadt und Schule, das weitergehen könne, was schon seit 50 Jahren gut bewältigt worden sei: „Gemeinsam zu wachsen“, so das Stadtoberhaupt.

 

Die Schülersprecher Juliane Vogelsang und Julian Königer bescheinigten Schulleitung und Lehrerschaft, ihren Job gut zu machen, indem sie die Schüler immer unterstützten. Elternbeiratsmitglied Britta Stauber sagte, die Schule könne stolz auf das Erreichte sein. „Danke“, fügte sie bewegt hinzu, „danke, dass wir Dir jeden Tag das kostbarste anvertrauen können, was wir haben.“ Jutta Horvath und Tilmann Lübke vom Personalrat sahen in ihrer Schule „ein beliebtes Sprungbrett ins Leben, das schon unzählige Schülerinnen und Schüler begleitet hat, aber immer noch beliebter wird“.

 

Unter den musikalischen Darbietungen ragte eine zehnjährige Geigerin hervor. Magdalena Schier bot zwei Stätze der kleinen Nachtmusik von Wolfgang Amadeus Mozart in begeisternder Manier dar. Ähnlich hochwertig zeigte sich die Schulband bei der Interpretation bekannter Popsongs. Beatriz Motinga und Miriam Al-Obaidi erwiesen sich als überzeugende Sängerinnen der Songs von Elton John, Adele und Queen. Pianist Luis Mannhardt war kongenialer Begleiter.

 

Fotos: Johannes Green

Text: Robert Schmitt

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